Über sportliche Betätigung nach einer Brustoperation beziehungsweise nach einer Brustvergrößerung herrscht in den medizinischen Fachkreisen überraschenderweise große Uneinigkeit.

Eine Brustvergrößerung führt nicht zu einer geringeren sportlichen Aktivität. Es ist eher so, dass Frauen mit Implantaten aktiver werden, weil sie keine Angst mehr haben, ihre Brüste durch Sport zu verlieren. Falls Sie als eine athletische beziehungsweise sportlich aktive Frau überlegen sich einer Brustvergrößerung zu unterziehen, sollten Sie jedoch einige Aspekte wie die Implantatgröße, der Sitz des Implantates und die postoperative Trainingsphase bedenken.

Aber lassen Sie uns erst einmal definieren, wer im Allgemeinen als sportlich aktive Frau einzuordnen ist. Darunter verstehen wir Frauen, die sich 2-3 Mal pro Woche sportlich betätigen. Unabhängig von der Art und Weise oder dem Ort der sportlichen Betätigung. Sei es zu Hause, in einem Fitnessstudio oder im Freien. Für Frauen mit schwerer körperlicher Arbeit, wie zum Beispiel in der Pflege, der Landwirtschaft oder in der Produktion gelten ähnliche Überlegungen.

Der entscheidende Faktor ist die Lage der Implantate. Die Implantate können bekanntlich auf dem großen Brustmuskel liegen (präpektoral beziehungsweise subglandulär) oder unter dem großen Brustmuskel (submuskulär beziehungsweise “duale plan”).

links subglandulär; rechts submuskulär

links subglandulär; rechts submuskulär

Bei sportlich aktiven Frauen empfehlen wir aus folgenden Gründen die Implantate auf dem Muskel zu platzieren:

Um ein Implantat unter den Muskeln legen zu können, muss der Muskel während der OP vom Brustbein getrennt werden. Dies führt zur Schwächung des Muskels, da nach dem Heilungsprozess  weniger Muskelanteile an der Kontraktion beteiligt werden können. Dieser Leistungsrückgang des Muskels wird im Laufe der täglichen Aktivitäten unbemerkt bleiben, aber wer das Maximale an Leistung, z. Bsp. beim Sport, aus seinem Brustmuskel herausholen möchte, wird dies deutlich zu spüren bekommen.

Lage der Implantate

Des Weiteren drückt bei jeder Muskelkontraktion der Brustmuskel auf die Implantate und die Implantatwände, was zwangsläufig zu einer schnelleren Materialermüdung führt. Wenn die Implantate dagegen auf dem Muskel liegen, bleibt sie verschont.

Nicht selten bewegen sich zudem die unter dem Muskel liegenden Implantate bei Muskelkontraktionen nach oben und auch auseinander (siehe Video), was einen unerträglichen Umstand, nicht nur für Sportlerinnen, darstellt (siehe Video).


Unserer Meinung nach erfahren die Betroffenen keinerlei Nachteile von einer subglandulären Lage der Implantate. Ganz im Gegenteil, wir glauben fest, dass die präpektorale beziehungsweise subglanduläre Lage der Implantate die bessere und natürlichere Variante ist. Diese Ansicht spiegelt sich auch in unserem Fazit wieder.

Was die Implantatgröße betrifft, muss die sportlich aktive Frau nicht auf ihre Wunschbrustgröße verzichten. Eine postoperative Größe von 75 oder 80 C kann angestrebt werden und stellt für die normale Sportlerin (kein Leistungssport) keinerlei Hindernisse dar. Auch Kontaktsport wie zum Beispiel Handball, Fußball, Klettern und Kampfsportarten sind keine Hindernisse bei Brustimplantaten, die Qualität der heute verwendeten Implantate lassen auch diese Sportarten zu . Die Wahl eines geeigneten, gut sitzenden Sport-BH´s ist bei allen sportlichen Varianten von entscheidender Bedeutung. Wir empfehlen einen gut stützenden Sport-BH mit einem elastischen und breiten Unterrand, gut sitzenden, breiten Trägern und einem atmungsaktiven Material.

In der Regel kann bei einem subglandulären Sitz innerhalb von zwei Wochen nach der Operation wieder mit der sportlichen Betätigung begonnen werden. Hierbei beachten Sie bitte folgende Regeln:

  • Beginnen Sie langsam und gut dosiert, starten Sie nicht gleich mit dem vollen Programm! Steigern Sie sich über zwei Wochen bis Sie Ihr präoperatives sportliches Pensum erreicht haben.
  • Nach der Operation können Sie jede Übung durchführen. Es gilt: Wenn es sich gut anfühlt, machen Sie weiter. Bei Schmerzen jedoch oder Unbehagen hören Sie sofort auf und versuchen Sie eine andere Übung.

Die Implantate brauchen etwa 4 bis 6 Wochen bis sie optimal mit Ihrer Umgebung verwachsen und stabil sind. In dieser Zeit sehen Sie bitte von Hüpfen, Jogging oder Fahrradfahren ab,  danach ist alles erlaubt. Bitte denken Sie auch hier an eine stetige Leistungssteigerung. In der Zeit der postoperativen Erholungsphase sollten sie auch extreme Hitze, wie zum Beispiel Saunagänge, vermeiden. Diese können zu einer vermehrten Wundsekretbildung führen und dadurch zur Schwellung der Brust.

Unser Fazit:

Bei der sportlich aktiven Frau sollte das Implantat auf dem Muskel platziert werden, da es bei diesem Sitz im Vergleich zum submuskulären Sitz keine Einschränkung in Art oder Umfang der körperlichen Aktivitäten gibt. Die Brustgröße sollte das C-Körbchen nicht überschreiten. Zudem sollten Sie dafür sorgen, einen gut sitzenden Sport-BH zu tragen.