Brustimplantate und Sport – passt das zusammen?

Brustimplantate und Sport – passt das zusammen?

Geprüft durch LANUWA

Über sportliche Betätigung nach einer Brustoperation beziehungsweise nach einer Brustvergrößerung herrscht in den medizinischen Fachkreisen überraschenderweise große Uneinigkeit. Falls Sie als eine athletische beziehungsweise sportlich aktive Frau überlegen sich einer Brustvergrößerung zu unterziehen, sollten Sie einige Aspekte wie die Implantatgröße, der Sitz des Implantates und die postoperative Trainingsphase bedenken.

Brustvergrößerung bei sportlich aktiven Frauen

Im Allgemeinen gelten Frauen als sportlich aktiv, wenn sie sich 2-3 Mal pro Woche sportlich betätigen. Sei es zu Hause, in einem Fitnessstudio oder im Freien. Für Frauen mit schwerer körperlicher Arbeit, wie zum Beispiel in der Pflege, der Landwirtschaft oder in der Produktion gelten die folgenden Tipps ebenfalls.

Die richtige Implantatgröße für Sportlerinnen

Was die Größe der Brustimplantate betrifft, müssen Sportlerinnen nicht auf ihre Wunschbrustgröße verzichten. Eine postoperative Größe von 75 C oder 80 C kann angestrebt werden und stellt für die normale Sportlerin (kein Leistungssport) keinerlei Hindernisse oder Schmerzen beim Sport dar.

Auch Kontaktsport wie zum Beispiel Handball, Fußball, Klettern und Kampfsportarten sind keine Hindernisse bei Brustimplantaten, die Qualität der heute verwendeten Implantate lassen auch diese Sportarten zu.

Ab Implantaten mit Volumen von 300cc oder mehr empfehlen wir alternativ zu den herkömmlichen Silikonimplantaten die B-Lite Implantate. Diese Implantate sind im Schnitt um 30 % leichter als die normalen Implantate. Aufgrund des leichteren Gewichts kann beim gleichbleibenden Volumen die Belastung für das Brustgewebe und die Schulter gesenkt werden.

Die Lage der Implantate ist entscheidend

Die Implantate können auf (präpektoral beziehungsweise subglandulär) oder unter dem Brustmuskel (submuskulär beziehungsweise „duale plan“) liegen. Wir empfehlen die subglanduläre Lage der Implantate.

Um ein Implantat unter den Muskel legen zu können, muss der Muskel während der OP vom Brustbein getrennt werden. Dies führt zur Schwächung des Muskels, da nach dem Heilungsprozess weniger Muskelanteile an der Kontraktion beteiligt werden können. Dieser Leistungsrückgang des Muskels wird im Laufe der täglichen Aktivitäten unbemerkt bleiben, aber wer das Maximale an Leistung, z.B. beim Sport, aus seinem Brustmuskel herausholen möchte, wird dies deutlich zu spüren bekommen.

Desweiteren drückt bei jeder Muskelkontraktion der Brustmuskel auf die Implantate und die Implantatwände, was zwangsläufig zu einer schnelleren Materialermüdung führt. Nicht selten bewegen sich zudem die Implantate bei Muskelkontraktionen nach oben und auch auseinander, was einen unerträglichen Umstand, nicht nur für Sportlerinnen, darstellt.

Wenn die Implantate dagegen auf dem Muskel liegen, bleiben sie verschont. Bei der sportlich aktiven Frau sollte daher das Implantat bei einer Brustvergrößerung auf dem Muskel platziert werden, da es bei diesem Sitz im Vergleich zum submuskulären Sitz keine Einschränkung in Art oder Umfang der körperlichen Aktivitäten gibt.

Sport nach der Brust-Op

In der Regel kann bei einem subglandulären Sitz innerhalb von zwei Wochen nach der Operation wieder mit der sportlichen Betätigung begonnen werden.

Hierbei beachten Sie bitte folgende Regeln:

  • Beginnen Sie langsam und gut dosiert, starten Sie nicht gleich mit dem vollen Programm!
  • Steigern Sie sich über zwei Wochen bis Sie Ihr präoperatives sportliches Pensum erreicht haben.
  • Nach der Operation können Sie jede Übung durchführen. Es gilt: Wenn es sich gut anfühlt, machen Sie weiter.
  • Bei Schmerzen jedoch oder Unbehagen während des Sports hören Sie sofort auf und versuchen Sie eine andere Übung. 
  • Weitere Tipps für die Nachsorge nach einer Brustvergrößerung

Bitte denken Sie hier an eine stetige Leistungssteigerung. In der Zeit der postoperativen Erholungsphase sollten sie auch extreme Hitze, wie zum Beispiel Saunagänge, vermeiden. Diese können zu einer vermehrten Wundsekretbildung führen und dadurch zur Schwellung der Brust.

Schmerzen nach dem Sport

Mit diesen drei Maßnahmen kann man Schmerzen nach dem Sport zum Großteil reduzieren oder sogar vermeiden:

  1. Ein gut sitzender Sport-BH mit möglichst breitem Band unten ist gut, um bei einem Brustimplantat Schmerzen nach dem Sport vorzubeugen. Ein guter Halt und Sitz bei dem die Patientin schon während des Sports ein gutes Gefühl bei den Bewegungen hat ist hilfreich.
  2. Um Schmerzen nach dem Sport zu vermeiden sollten die Implantate unter einem Gewicht von 400g liegen. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies ein gutes Gewicht ist und die Brust es gut tragen und halten kann.
  3. Schmerzen beim Sport entstehen häufig durch das Zusammenspiel der Muskeln, die bei einzelnen Übungen belastet werden. Wir empfehlen deswegen das Implantat auf dem Muskel zu legen.

Können die Implantate beim Sport verrutschen?

Im seltenen Fall kann es vorkommen, dass sich das Brustimplantat bewegt. Dies kann zum einen an einer Gewebsschwäche der Frau liegen oder an einer zu großen Implantattasche.

Es kann auch vorkommen, dass ein zu großes Implantat gewählt wurde. Wir in der Lanuwa Aesthetik Klinik würden ein Gewicht von 500g nicht überschreiten. Dabei kommt es kommt jedoch natürlich immer darauf an, was die Patientin für einen Lebensstil führt: Ob sie viel Sport macht und sich bewegt oder eher Zeit im Büro und ruhig verbringt.

Die Implantate brauchen etwa 4 bis 6 Wochen bis sie optimal mit Ihrer Umgebung verwachsen und stabil sind. In dieser Zeit sehen Sie bitte von Hüpfen, Jogging oder Fahrradfahren ab, danach ist alles erlaubt. 

Geprüft durch

DR. MED. MARWAN NUWAYHID

Facharzt für Gynäkologie
Die Informationen auf der Seite Brustimplantate und Sport – passt das zusammen? beruhen auf aktuellen medizinischen Standards und wurden durch Dr. med. Marwan Nuwayhid vor der Veröffentlichung geprüft. Mehr zu Dr. med. Marwan Nuwayhid können Sie in seinem Lebenslauf nachlesen.
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