Gynäkomastie – Männerbrust

Unter Gynäkomastie versteht man das Wachstum einer weiblichen Brust bei Männern. Die vergrößerte Brust kann in allen Altersstufen auftreten und wird von den Betroffenen oft als peinlich empfunden, so dass die Männer ihren Körper meist nicht gerne zeigen. Dies mindert die Lebensqualität erheblich, denn schon der Besuch des Schwimmbades wird dann zur Herausforderung. Aufgrund dieser Hemmungen wird meist wenig über das Problem gesprochen und nur selten Rat eingeholt. Meist tritt die vergrößerte Brust beidseitig, seltener einseitig auf.

Gynäkomastie – Das Tabu brechen

Unser LANUWA-Team informiert Sie gerne ausführlich über die Behandlungsmöglichkeiten der Gynäkomastie, die sich auch nach der Ursache der Brustschwellung richten. Männern, die körperlich und seelisch stark unter ihrer unmännlichen Brust leiden, kann mit einer plastisch-chirurgischen Korrektur wirkungsvoll geholfen werden. Wir führen den Eingriff in unserer Praxis ambulant innerhalb von ein bis zwei Stunden durch. Selbstverständlich beantworten wir Ihnen gerne alle Fragen zum Behandlungsablauf – angefangen von den Erfolgsaussichten, potentiellen Risiken, Operationstechniken bis hin zu Verhaltensweisen nach dem Eingriff.

Echt oder unecht? - Einteilung der Gynäkomastie

Man unterscheidet eine echte Gynäkomastie, die durch die Vermehrung des Drüsengewebes der Brust entsteht von einer unechten Gynäkomastie (Pseudogynäkomastie oder Lipomastie), die auf eine Fetteinlagerung im Brustbereich zurückgeht. Es können auch Mischformen auftreten. Für die echte Gynäkomastie sind häufig Hormonstörungen verantwortlich, z. B. eine Störung der hormonbildenden, endokrinen Drüsen. Auch eine Östrogentherapie kann die echte Gynäkomastie auslösen. In manchen Fällen sind Tumoren der Nebennieren oder des Hodens die Ursache. Die unechte Gynäkomastie kann eine Folge von Übergewicht und erschlafften Hautgewebe im Alter sein. Auch genetische Faktoren können für die Entstehung der Gynäkomastie eine Rolle spielen. In vielen Fällen bleibt die Ursache für die weiblich ausgeprägte Männerbrust aber auch unklar.

Ursachen der Gynäkomastie

Neugeborenengynäkomastie; Normale physiologische Veränderungen als Auslöser

Sie wird durch die weiblichen Hormone der Mutter ausgelöst, die durch die Plazenta auf das Neugeborene übergehen. Die mütterlichen Hormone zirkulieren auch nach der Geburt noch einige Zeit im kindlichen Kreislauf und werden schließlich abgebaut – dann bildet sich die Gynäkomastie wieder zurück.

Pubertätsgynäkomastie

Sie tritt bei etwa 60% aller Jungen meist im Alter von 14 Jahren auf und bildet sich fast immer zurück. In dieser Lebensphase werden vermehrt Hormonvorstufen gebildet und in weibliche Geschlechshormone (Östrogene) im Fett- und Muskelgewebe umgewandelt. So entsteht ein Überschuss an Östrogenen, der die Brust anwachsen lässt. Die Pubertätsgynäkomastie bildet sich meist innerhalb von zwei bis drei Jahren zurück, kann aber auch in seltenen Fällen bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Altersgynäkomastie

Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil an Fettgewebe und die Muskel- und Körpermasse nimmt ab. Dadurch werden verstärkt männliche Hormone (Androgene) in weibliche Hormone (Östrogene) im Fettgewebe umgewandelt. Gleichzeitig sinkt die Hormonproduktion im Hoden, so dass ein Östrogenüberschuss auftritt.

Pseudogynäkomastie

Eine Fettansammlung im Brustbereich kann bei Übergewicht und allgemeiner Fettsucht (Adipositas) beobachtet werden. Von Adipositas spricht man ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Der BMI berechnet sich wie folgt: BMI = Körpergewicht (kg) : (Körpergröße in m)2

Krankhafte (pathologische) Gynäkomastie

Die echte Gynäkomastie mit einer Vermehrung des Brustdrüsengewebes ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das durch Störungen des Hormonhaushalts, chronische Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder - in seltenen Fällen - auch durch Krebserkrankungen (Brustkrebs, Lungenkrebs) ausgelöst werden kann.

Mangel an männlichen Hormonen (Hypogonadismus); Klinefelter-Syndrom

Bei diesem Gendefekt besitzen betroffene Männer ein zusätzliches weibliches Geschlechtschromosom (X-Chromosom). Dies führt u.a. zur verminderten Testosteronproduktion.

Androgenresistenz

Die männlichen Hormone entfalten keinerlei Wirkung an den Zielorganen. Die Wirkungen der weiblichen Hormone überwiegen.

Androgenmangel

Aufgrund von Operationen, Kastrationen, Verletzungen oder Hodenentzündungen (infolge Masern, Tuberkulose) kann nicht mehr genügend männliches Hormon produziert werden. In seltenen Fällen wird der Hoden bereits während der Embryonalentwicklung nicht angelegt, so dass die Hormonproduktion von Geburt an fehlt.

Überschuss an weiblichen Hormonen

Östrogenproduzierende Hodentumoren und Erkrankungen der Hypophyse und des Hypothalamus können den Spiegel an weiblichen Hormonen erhöhen. Die Aufnahme hoher Hormonkonzentrationen über die Nahrung, insbesondere durch hormonbehandeltes Fleisch. Bei übermäßigem Biergenuss können die in den Hopfenblüten enthaltenen Phytoöstrogene die Gynäkomastie begünstigen. Zusätzlich vermehrt die hohe Kalorienzufuhr das Körperfett (->Pseudogynäkomastie).

Chronische Erkrankungen

Für das Brustwachstum können auch Schilddrüsenerkrankungen, Leberzirrhose, Alkoholmissbrauch oder chronisches Nierenversagen verantwortlich sein.

Hyperprolaktinämie

In seltenen Fällen kann ein Tumor in der Hirnanhangsdrüse zur einer verstärkten Produktion von Prolaktin führen. In der Folge vergrößert sich die Brustdrüse beidseitig.

Medikamente als Auslöser

Eine Therapie mit weiblichen Hormonen oder Gegenspielern (Antagonisten) der männlichen Hormonen (z.B. bei der Therapie von Hodentumoren, Prostatakrebs) kann die Gynäkomastie hervorrufen. Die Gabe von Testosteron (medizinisch indiziert oder als Anabolika) – denn das Hormon wird teilweise im Fett- und Muskelgewebe in Östrogen umgewandelt

Neben Hormonen zählen zu den häufigsten Auslösern

  • Magenschutzpräparate bzw. Säureblocker wie Cimetidin, Ranitidin, Omeprazol;
  • das entwässernde Spironolacton (Aldosteronantagonist);
  • das Prostatamittel Finasterid;
  • Herzglykoside wie Digoxin und Calciumantagonisten vom Typ Nifedipin, Verapamil;
  • einige Psychopharmaka vom Phenothiazintyp oder Sulpirid;
  • Rauschgifte wie Heroin und Suchtgiftersatzpräparate wie Methadon können nach längerer Einnahme zur Gynäkomastie führen.

Brustkrebs beim Mann

Tritt der Brustansatz einseitig auf, sollte auch bei Männern an das selten auftretende Mammakarzinom gedacht werden. Meist handelt es sich jedoch um ein Fibroadenom der Brust.