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Brustimplantate gehören zu den am meisten eingesetzten Implantaten und erfreuen sich einer regen Nachfrage und Beliebtheit. Doch was steckt hinter diesem „Volumenkissen“? Worin unterscheiden sich verschiedene Brustimplantate und welches kommt wann zum Einsatz?

Es gibt verschiedene Formen der Brustimplantate, die sich in der Form, der Textur, der Oberflächenbeschaffenheit, der Größe und Projektion unterscheiden.

Man unterscheidet in der Form runde von tropfenförmigen – anatomischen - Brustimplantaten. Runde Implantate sind in ihrer Basis, der Seite mit der das Implantat auf dem Brustkorb aufliegt, rund, wohingegen die anatomischen Implantate tropfenförmig sind, das bedeutet nach unten in der Basis breiter werdend. Zudem sind runde Implantate in ihrer brustwärtigen Oberfläche kugelig, wohingegen die anatomischen Implantate tropfenförmig sind und daher im unteren Bereich erhabener und breiter sind.

Der Vorteil der runden Implantate liegt darin, dass im oberen Bereich der Brust durch ein solches Implantat ein volleres Volumen erreicht werden kann und dadurch insbesondere das Dekolleté voller ist. Eine Rotation des Implantates verursacht zudem keine kosmetische Beeinträchtigung, da es zu keiner Formänderung der Brust kommt. Die anatomischen Implantate ahmen die natürliche tropfenförmige Kontur der Brust nach und wirken somit natürlicher. Eine Rotation des Implantates führt allerdings zu einer unschönen Form.

Entsprechend der natürlichen Unterschiede verschiedener Körpergrößen werden auch unterschiedliche Größen der Implantate angeboten. Diese Größe bezieht sich allerdings nicht ausschließlich auf das Volumen des Implantates, welches maßgeblich für die Körbchengröße der Brust verantwortlich ist. Vielmehr gibt es unterschiedliche Breiten der Basis des Implantates, welche dem Brustumfang der Patientin Rechnung tragen. Die Höhe, bzw. Länge des Implantates wird anhand der Körpergröße der Frau sowie der natürlich angelegten Brustform der Frau bestimmt. Als letzte Maßeinheit wird die Projektion beziffert, welche die Ausdehnung der Brust nach vorne beschreibt, somit die Fülle der Brust im Profil wiederspiegelt.

Brustimplantate sind heutzutage fast ausschließlich mit kohäsiven, zähflüssigen Silikongelen befüllt. Die Zusammensetzung dieser Gele führt zu einem unterschiedlichen Weichheitsgrad der Implantate, welche durch die Softness des Implantates bestimmt wird.

Eine Rotation des Brustimplantates zu vermeiden ist eines der obersten Ziele des Operateurs, aber auch der Hersteller der Brustimplantate.

Durch bestimmte Oberflächenbeschaffenheiten der Implantate werden glatte von texturierten Implantaten unterschieden. Letztere zeichnen sich durch eine angeraute Oberfläche aus, welche entweder durch physikalische Bearbeitung des Implantates oder durch eine Beschichtung des Implantates erreicht wird. Die unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten der Implantate sollen einerseits dazu beitragen, dass es zu keiner Rotation bzw. Fehllage des Implantates kommt und andererseits das Risiko einer höhergradigen Kapselfibrose zu reduzieren.

Die Kapselfibrose beschreibt den Prozess einer Reaktion des Körpers auf das Brustimplantat durch Bildung einer Kapsel um das Implantat. Dies ist ein regulärer und natürlicher Prozess. Eine höhergradige Kapselfibrose beschreibt allerdings den Zustand von Schmerzen und einer Verformung der Brüste durch eine übermäßig stark ausgeprägte Kapsel, die zu einer Verformung des Implantates führen kann und langfristig einen Wechsel des Brustimplantates erforderlich macht. Die Implantathersteller sowie die Wissenschaft haben noch keinen eindeutigen Konsens bezüglich der besten operativen und kosmetischen Ergebnisse in Hinblick auf die Oberflächenbeschaffenheit der Brustimplantate gefunden. Hinweise deuten allerdings daraufhin, dass polyurethanbeschichtete Implantate des deutschen Implantateherstellers POLYTHECH eine Rotation bzw. ein Verrutschen der Implantate nach der Operation verhindern. Trotz dessen liegen bisher keine Studien zu besten Implantatbeschaffenheit vor, weshalb es vor allem auf die persönlichen Erfahrungen des Plastischen Chirurgen mit der Anwendung der verschiedenen Brustimplantate ankommt.